Spiegel Online: Ingrid Betacourt reist nach Kolumbien zurück
Sonntag, 30. November 2008Fünf Monate ist es her, dass Ingrid Betancourt aus der Geiselhaft linker Farc-Rebellen befreit wurde – jetzt reist sie zum ersten Mal wieder in ihre Heimat Kolumbien. Ihre Mission: Die frühere Präsidentschaftskandidatin will sich in Lateinamerika für das Ende der Gewalt einsetzen.
Bogotá – Im Juli wurde die frühere kolumbianische Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt nach mehr als sechs Jahren Geiselhaft bei den linken Farc-Rebellen in einer spektakulären Aktion befreit – jetzt ist sie von Paris aus erstmals wieder in ihre kolumbianische Heimat zurückgekehrt. “Ich bin sehr glücklich, hier zu sein”, sagte die 46-Jährige am Samstag (Ortszeit) nach ihrer Ankunft auf dem Flughafen der Hauptstadt Bogotá. Auf einer Reise durch mehrere südamerikanische Staaten wolle sie sich für die Freilassung aller schätzungsweise 3000 Entführungsopfer in ihrem Land einsetzen, sagte sie am Samstag bei einer Pressekonferenz in der französischen Botschaft.
Sie werde die Regierungen von Ecuador, Peru, Chile, Argentinien, Brasilien, Bolivien und Venezuela um Unterstützung bitten.
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Spiegel Online
Das ist eine richtig starke Frau. Sie war sechs Jahre in Gefangenschaft bei FARC und ist bereits nach 5 Monaten, nach der Freilassung, dazu bereit, den Kampf für die Menschen, die noch da geblieben sind, aufzunehmen. Ich würde mir so eine Frau als Präsidenten wirklich wünschen. Schade, dass sie damals die Wahlen wegen ihrer Entführung nicht gewinnen konnte. Dem Lande hätte es bestimmt besser gehen können, wenn sie als Präsidentin gewählt wäre.
Wenn ich an ihrer Stelle wäre, hätte ich kaum wagen können, jemals zurück nach Kolumbien zurück zu kehren, geschweige noch, den Rebellen, den Kampf zu erklären.
Ich hoffe, sie wird ihr Ziel erreichen und irgendwann auch zu Präsidentin von Kolumbien gewählt.